Bitcoins – die nächste Tulpenzwiebel?

Bitcoins gewannen in den letzten Jahren immer mehr an Aufmerksamkeit. Doch schon längst sind Bitcoins nicht nur eine Kryptowährung sondern auch seit einiger Zeit als Spekulationsobjekt im Kommen. Ist die digitale Währung wirklich die Zukunft des Bezahlens oder handelt es sich bei Bitcoins nur um die nächste Tulpenzwiebel?

Quelle: http://www.golegal.co.za/wp-content/uploads/2016/08/bitcoin.jpg

Bitcoins zählen, wie oben erwähnt, zu den sogenannten Kryptowährungen. Dabei handelt es sich nicht um Münzen oder Geldscheine wie wir sie kennen. Bitcoins bestehen aus Daten bzw. einem Code oder einem Datensatz. Diese „Daten“ können als Bezahlungsmittel im Internet verwendet werden. Der Vorteil dabei: Es ist nicht nachzuvollziehen wer an wen Geld oder eben diese Bitcoins überweist. Ein weiterer Vorteil liegt darin dass die Überweisung von Bitcoins über eine sogenannte Blockchain vonstattengeht.

Einfach erklärt ist eine Blockchain eine Kette mehrerer Blöcke (sagt ja schon der Name). Die Blöcke sind mehrere Rechner oder Rechenzentren welche sich untereinander austauschen und die Richtigkeit der Daten vergleichen bzw. verwalten. Dadurch soll eine hohe Sicherheit gewährleistet werden. Deswegen ist keine Bank mehr notwendig um die Überweisung zu tätigen. Das spart Kosten und Zeit.

Wie kann man mit Bitcoins echtes Geld verdienen? Bitcoins können wie echtes Geld gehandelt werden. Das heißt jeder ist in der Lage Bitcoins zu kaufen und zu verkaufen. Für den Direkt-Handel mit Bitcoins muss man sich auf einer Plattform anmelden, zum Beispiel https://www.bitcoin.de/de. Dort müsst ihr dann ein Konto bzw. Depot bei der Fidor Bank AG eröffnen (korrigiert mich wenn ich falsch liege, ich habe es selber noch nicht ausprobiert). Nach Eröffnung erhaltet ihr Zugang zu eurer digitalen Brieftasche (engl. Wallet). In dieser Wallet sind eure Bitcoins „abgespeichert“ bzw. hinterlegt. Ihr könnt dann Bitcoins per SEPA-Überweisung oder Express-Handel kaufen.

Zusätzlich erhaltet ihr Zugang zum Marktplatz. Dieser funktioniert im Grunde genommen wie eine Börse. Es werden An- und Verkaufsgebote zu verschiedenen Stückelungen gestellt aus denen sich dann der Kurs zusammensetzt. Aufgrund der enorm hohen Nachfrage an Bitcoins ist in den letzten Monaten ein regelrechter Hype um die Kryptowährung ausgebrochen. Im Oktober 2016 lag der Preis für einen Bitcoin noch bei knapp über 500 €. Heute (Stand: Juni 2017) liegt der Preis schon bei knapp 2.500 €. Das entspricht einer Wertsteigerung von 400 % in 9 Monaten!

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Quelle: http://www.finanzen.net/devisen/bitcoin-euro-kurs

Als die Kryptowährung am Anfang in 2010 in Online-Foren gehandelt wurde bekam man für Bitcoins gerade einmal 10 US-Dollar. Der Kurs stieg aber konstant, wenn auch nur ein wenig, immer weiter an. Seinen ersten Höhepunkt erreichte der Bitcoin-Kurs durch die vermehrte Aufmerksamkeit der Medien Anfang/Mitte 2013 und notierte damals bei über 1.000 US-Dollar / Bitcoin.

Doch der Triumph währte nicht lange. Das Überschreiten dieser Grenze namen viele Bitcoinbesitzer als Anlass zum Verkauf. Da aber auf der anderen Seite keine Käufer zu diesen Preisen da waren entstand die erste digitale Spekulationsblase wenn man so will. Der anschließende Kursrückgang, begleitet vom Konkurs einer Bitcoin-Handelsplattform Anfang 2014, fand seinen Tiefpunkt im April 2014 mit Kursen um 340 US-Dollar. Der erste digitale Kryptowährungscrash war da.

Die Jahre danach erholte sich der Kurs wieder und die Nachfrage nach Bitcoins war wieder da. Die Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten, die Zinspolitik der Notenbanken, die immer unsicherere Weltpolitik und damit verbundene Angst vor einem bevorstehenden Crash beflügeln die Kurse seitdem immer weiter.

Dies ist der Grund warum Bitcoins aktuell eines der größten Spekulationsobjekte geworden sind! In der Hoffnung auf immer größere Kurssprünge werden Bitcoins zu immer höheren Preisen gekauft.

Und genau da liegt meiner Meinung nach das Problem. Anders als bei einer Aktie liegt bei Bitcoins kein Realwert zu Grunde. Wie schon oben erwähnt handelt es sich um eine Ansammlung von Daten bzw. einem Code. Mehr nicht. Lediglich die Hoffnung auf steigende Kurse treibt eben diese an.

Diese Hoffnung sorgte im 17. Jahrhundert in der sogenannten Tulpomanie für die erste Spekulationsblase unserer Zeit. Die Hoffnung auf steigende Kurse von Tulpenzwiebeln sorgte für einen regelrechten Hype. Als dann plötzlich die Nachfrage ausblieb zerplatzte die Blase und die Preise stürzten in den Keller.

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Quelle: https://images.fineartamerica.com/images/artworkimages/mediumlarge/1/tulipomania-rene-pronk.jpg

So oder so ähnlich kann es auch den Bitcoins ergehen. Kann der Kurs für Bitcoins weiter steigen? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Haben Bitcoins eine Bitcoinomanie ausgelöst und damit das Potential zur nächsten Tulpenzwiebel? Auf alle Fälle! Sollte man jetzt noch einsteigen und auf weitere Kursteigerung hoffen? Wer das nötige Kleingeld zum Zocken hat und sich dem enorm großen Risiko des Kapitalverlustes im Falle eines Crashs bewusst ist, kann sein Glück versuchen. Ob er damit langfristig Erfolg hat ist allerdings fraglich.

-RF

Dieser Beitrag spiegelt die persönliche Meinung des Autors wider und ist keine Aufforderung zum Handel mit Finanzprodukten oder entsprechenden Dienstleistern.

 

4 Kommentare zu Bitcoins – die nächste Tulpenzwiebel?

  1. Der Vergleich ist interessant. Man könnte damit aber auch völlig falsch liegen. Eine Position von 1-2% des Vermögens in Bitcoin ist sicherlich nicht verkehrt.

  2. Super Artikel, genau meine Meinung.
    Klasse wie du den aktuellen Kursanstieg von Bitcoin mit der Tulpomanie vergleichst.

    Dabei sollte noch gesagt werden, dass es sich bei Bitcoins nicht um Geld im eigentlichen Sinne handelt. Bisher hat noch kein Land und auch keine Bank Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert und eine Regulierung oder Überwachung über eine Zentralbank findet auch nicht statt. Es sollte vielleicht als „Tauschmittel ähnlich wie Geld“ bezeichnet werden?

    Schöne Grüße, weiter so!
    Harry

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