Indexfonds – Neue Chancen für Anleger?

Der Fokus auf ETF's (Exchange Traded Funds) oder auch Indexfonds und ETC's (Exchange Traded Commodities) hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Warum?

Quelle: etfdailynews.com

Ganz einfach: Indexfonds bilden einen Index, wie zum Beispiel den DAX, vollständig ab. Es sitzt also kein Fondsmanager dahinter der versucht (!) durch An- und Verkäufe von Aktien und Tauschgeschäfte (sogenannte Swaps) die Performance des Index zu übertrumpfen. Ich habe euch ja schon in dem Artikel Fonds Teil I – Vorteile und Nachteile erklärt, dass es nur sehr wenige Fondsmanager gibt die es wirklich schaffen die Performance des jeweiligen Leitindex zu schlagen. Deswegen bieten Indexfonds bzw. ETF’s und ETC’s eine günstige und vor allem lohnende Alternative zu den meiner Meinung nach überalteten Konzept von zum Beispiel Aktienfonds.

Aber wie funktionieren denn ETF’s und ETC’s genau und vor allem: wenn sie so gut funktionieren, wo kriegt ihr die Dinger her?

Wie schon oben erwähnt bilden ETF’s und ETC’s immer einen Index ab. Schauen wir uns das am Beispiel des Deutschen Aktienindex (kurz: DAX) an. Ein ETF der den DAX abbildet repliziert ,also spiegelt, dessen Inhalt. Das heißt gemessen an dem Börsenwert der 30 Unternehmen im DAX werden dann anteilig Aktien gekauft um somit die Performance des Index zu replizieren. Für euch bedeutet das Folgendes: Wenn der DAX in einem Jahr um 8 Prozent steigt, beträgt eure Rendite an diesem ETF 8 Prozent! Steigt der Kurs in einem Jahr um 10 Prozent beträgt eure Rendite 10 Prozent und immer so weiter.

Es gibt allerdings, wie bei normalen Fonds, auch hier einige Besonderheiten in Bezug auf die Kosten, die mit der Anschaffung von ETF’s  und ETC’s verbunden sind, zu beachten. Die meisten ETF’s und ETC’s werden an der Börse gehandelt. Man kann sie wie Aktien über einen Broker kaufen und verkaufen. Für den Kauf und Verkauf verlangen die Broker in der Regel ein Entgelt welches entweder auf einen Mindestbetrag festgelegt wird oder sich prozentual an der Höhe des Investments orientiert. Desweiteren werden pro Jahr Verwaltungsgebühren fällig. Diese können je nach ETF sehr unterschiedlich sein und liegen in der Regel zwischen 0,10 und 2 Prozent.

Es gibt aber auch einige Broker die Kooperationen mit den Anbietern der ETF’s eingehen. Lest daher genau das Kleingedruckte bevor ihr ein Depot eröffnet! Manchmal gibt es sehr interessante Aktionen. Dort werden dann ausgewählte ETF’s von ausgewählten Anbietern in Verbindung mit einem Sparplan zum Nulltarif angeboten. Das heißt ihr bezahlt keinen Ausgabeaufschlag für bestimmte ETF’s. Das zeigt sich dann natürlich auch Ende des Jahres erheblich in eurer Rendite.

Ein guter Anbieter in diesem Bereich ist die Consorsbank. Um ETF’s zu erwerben müsst ihr ein Wertpapierdepot  eröffnen. Füllt dazu einfach die Angaben wie bei der Eröffnung eines Girokontos aus. Ihr müsst dann eure Identität nachweisen (geht am besten über das Post-Ident-Verfahren). War das erfolgreich bekommt ihr nach ein paar Tagen Post mit euren Zugangsdaten. Nun könnt ihr euch Geld auf dieses Wertpapierdepot überweisen und ETF‘, ETC‘ und auch Aktien kaufen und verkaufen wie ein Makler an der Börse.

Den Kauf von ETF’s und ETC’s empfehle ich über einen Sparplan. Das heißt ihr definiert vorher ein Betrag den ihr in gewissen Intervallen investieren wollt und profitiert dann über die Zeit vom Cost-Average-Effekt und länger auch noch vom Zinseszins-Effekt. Selbst kleine Beträge wie 50 € im Monat wachsen mit der Zeit immer mehr zu einem kleinen Vermögen an. Dabei weise ich darauf hin das die Investition in ETF’s und ETC’c natürlich auch mit Risiken verbunden ist. Da diese Finanzinstrumente wie alle Vermögensanlagen an der Börse Kursschwankungen unterliegen kann es im schlimmsten Fall zum völligen Kapitalausfall kommen! Natürlich ist das nur ein Hinweis. Bevor ein Leitindex wie der DAX oder der Dow Jones mit 0 Zählern dotiert, das heißt keinen Wert mehr haben, müsste schon die komplette Weltwirtschaft zusammenbrechen und seien wir mal ehrlich, wenn das passiert sollten wir uns um andere Dinge Sorgen machen als um unsere Sparanlagen!

Abschließend ist noch zu erwähnen das sich in den letzten Jahren eine unglaubliche Vielfalt an  ETF’s herausgebildet hat. Es gibt ETF’s die sich sehr breit auf dem Markt platzieren und zum Beispiel die umsatzstärksten Unternehmen auf der ganzen Welt (MSCI World) oder nur in Europa (STOXX Europe 600) abbilden. Desweiteren können ETF’s bestimmte Branchen (zum Beispiel Infrastruktur), bestimmte Regionen und Länder (zum Beispiel Deutschland) und bestimme Strategien (zum Beispiel Dividenden)  abbilden. ETC’s können die Entwicklung verschiedener Rohstoffe wie Gold, Silber oder Öl abbilden. Wie bei normalen Fonds werden die Erträge entweder an euch ausgeschüttet oder thesauriert (wieder in neuen Anteile investiert).

Durch die große Nachfrage an solchen Indexfonds in den vergangenen Jahren ist das Angebot an ETF’s natürlich immer weiter gestiegen. Dadurch habt ihr die Möglichkeit in viele verschiedene Anlageschwerpunkte zu investieren und euch breit aufzustellen um somit langfristig eine gute Rendite zu erwirtschaften.

-RF

Dieser Beitrag spiegelt die persönliche Meinung des Autors wider und ist keine Aufforderung zum Handel mit Finanzprodukten oder entsprechenden Dienstleistern.

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